In den meisten Startups kommt es im Lauf der Jahre zu Veränderungen in der Gesellschafterstruktur. Dies kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Wer also nach ein paar Jahren aussteigt verkauft seine Anteile meistens an seine Mitgesellschafter, einen Investor oder einen Nachfolger. Sofern sich der Wert des Unternehmens seit Gründung respektive Erwerb positiv entwickelt hat kann eine Holdingsstruktur steuerliche Vorteile bei der Veräu0ßerung aber auch bei Gewinnausschüttungen mit sich bringen.

Dies funktioniert wie folgt: Der Verkauf von Geschäftsanteile an einer Kapitalgesellschaft (z.B. an einer UG, GmbH, AG) die eine andere Kapitalgesellschaft hält sind unter gewissen Umständen weitgehend steuerfrei gestellt. Dies kann sowohl die Körperschaftsteuer als auch die Gewerbesteuer betreffen.

Dies bedeutet natürlich auch einen höheren Verwaltungsaufwand, macht sich aber bei entsprechend hohen Gewinnen bzw. einem entsprechend hohen Veräußerungsgewinn wieder bezahlt.

Der Verwaltungsaufwand ist natürlich deutlich niedriger als bei der operativ tätigen Gesellschaft, trotzdem muss die Holdinggesellschaft Jahresabschlüsse sowie Steuererklärungen erstellen, ein eigenes Bankkonto unterhalten und IHK-Beiträge abführen.

Eine klassische Holdingstruktur für ein Startup mit drei Gründern könnte wie folgt aussehen:
Die drei Gründer gründen jeweils eine eigen Holding UG. Die Gründungskosten sind hierbei Nutzung des sog. priviligierten Verfahren sehr überschaubar. Die Gründungskosten liegen bei unter 500 €. Bei einer Gründung mit einem Stammkapital von jeweils 5.000 € können die drei Holding UGs wiederrum eine operativ tätige GmbH mit einem Stammkapital von 27.000 e gründen, hiervon zahlen Sie jeweils erstmal nur die Hälfte mit je 4.500 € ein.

Beim Verkauf der Anteile veräußert diese dann später die jeweilige UG. Der Verkauf der Anteile ist dann in oben beschriebenen Beispiel weitgehend steuerfrei. Die UG kann das Geld dann anderweitig investieren.
Jedes Gründungsteam sollte die Vor- du Nachteile des Holdingsmodells vor der Gründung besprechen und sich ggfs. beraten lassen. Das Holdingsmodell ist sicherlich nicht für jedes Startup geeignet, aber es ist nicht möglich solche Strukturen erst kurz vor dem Verkauf einzurichten.